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Trauer und Traueraufgaben

Gerade in der herbstlichen Jahreszeit vor allem aber  in der Zeit um Allerheiligen und Allerseelen kommt es oftmals zu einer vermehrten Traurigkeit. Die Trauer hat viele Facetten, sie gehört zu einem menschlichen Grundgefühl und tritt nach diversen Erfahrungen, Enttäuschungen welche oftmals Verlust oder Trennung bedeuten, zu Tage. Jedoch wenn ein geliebter Mensch stirbt, wird dies zu einer dramatischen, die eigenen Grundfesten erschütternden Erfahrung.

Was  für Trauernde wichtig ist zu wissen:
  • Trauer als Grundgefühl gehört zu unserem Leben.
  • Trauer ist keine Krankheit, auch wenn der wissenschaftliche Diskurs oftmals zwischen „normaler/gesunder“ und „komplizierter/pathologischer/traumatischer“ Trauer unterscheidet. Da Trauer ein individueller und zur Gänze unterschiedlicher Prozess ist und es keine Regeln für den optimalen Umgang mit Kummer gibt, ist diese Unterscheidung auch für Fachleute sehr schwierig
  • Trauer ist eine lebenswichtige Reaktion, um Belastungen zu externalisieren
  • Trauer ist natürlich, spontan und vor allem normal.
  • Durch die Trauer wird gesundes Abschied nehmen ermöglicht
  • Alle Lebensbereiche des Menschen werden durch die Trauer erfasst.

Die Modelle der Trauerphasen sind populär allerdings wissenschaftlich umstritten, da sie Trauernde unter Druck setzen können, wenn es nicht genau nach den Gesetzmäßigkeiten verläuft. Juen,2012, s.23 unterscheidet folgende Traueraufgaben:

  • Den Verlust als Realität akzeptieren
  • Den Trauerschmerz aushalten lernen
  • Sich anpassen an eine Umwelt, in der der Verstorbene fehlt
  • Eine neue Form der Beziehung zum Verstorbenen aufbauen

Folgende Möglichkeiten können für die jeweiligen Traueraufgaben unterstützend sein: 

  • Individuelle Ausdrucksmöglichkeiten finden: dazu gehören beispielsweise malen, schreiben, musizieren
  • Mit den Verstorbenen in Kontakt bleiben durch aufstellen von Fotos, Kerzen und Blumen
  • Orte der gemeinsamen Erlebnisse aufsuchen
  • Regelmäßige Besuche am Grab
  • Vorbereitungen für Gedenktage (Geburtstage, Sterbetag, Weihnachten,…) treffen und diese bewusst gestalten
  • Kraftquellen in der Natur durch beispielsweise Spaziergänge aufsuchen
  • Gespräche führen mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben
  • Mutig sein, Hilfe zu erbitten
  • Die Begrenztheit des menschlichen Willen beachten und andere größere Veränderungen im Leben vermeiden und somit auch bewusst behutsam mit sich selbst umgehen
  • Finden von persönlichen Ritualen
  • Den Fokus auch auf die Grundbedürfnisse legen, d.h. für den eigenen Körper gut sorgen (regelmäßiges Essen, Trinken, Schlafen – auch wenn es schwer fällt)
  • Ablenkungsmöglichkeiten finden, denn Ablenkung schließt Trauer nicht aus
Quellen und Weiterführende Literatur:
Specht-Tomann & Tropper (2010). Zeit des Abschieds Sterbe- und Trauerbegleitung. Osterfildern: Patmos
Juen & Kratzer (Hrsg.) (2012). Krisenintervention und Notfallpsychologie. Innsbruck: studia
Großbongardt & Traub (Hrsg.) (2013) Das Ende des Lebens. München: Spiegel 
 

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